1 Woche Haute-Provence 2004
Oder: In Deutschland regnets Mitte August ...
Tag 1
Viel Zeit hatten wir dieses Jahr nicht,
aber wenigstens eine Woche sollte es uns möglich sein mit den Kindern gemeinsam unserem Hobby zu frönen ...
Kurzerhand packten wir unsere beiden Endurogespanne auf den Anhänger und machten uns mit unseren Kindern,
Ronja 6 Jahre und Lars 8 Jahre, auf den Weg nach Frankreich in die Haute-Provence.
Unser Ziel in der Nähe von Sisteron lockte mit angenehmen Temperaturen, schönem Wetter
und dem unverwechselbaren Flair der Provence. Da unsere fahrerischen Vorlieben auf kleinen Straßen
und Schotter liegen, ist dieses Gebiet die ideale Region für solche Vorhaben.
Zelten war selbstverständlich, nicht nur weil in dieser Jahreszeit kaum noch freie Zimmer zu bekommen sind,
sondern weil wir so auch völlig zwanglos unseren Rythmus leben konnten.
Das wir schließendlich doch jeden Abend möglichst pünktlich in "unserer" Domain erschienen,
lag ausschließlich an den Kochkünsten von Uta, geplant war das nicht so ...
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Tag 2
Unsere erste Erkundungstour führte uns in die westlich gelegenen Montagne de Chabre.
Dieser Gebirgszug ist besonders bei den Drachenfliegern sehr bekannt und auch Austragungsort
für nationale und internationale Wettkämpfe.
Wir schlängeln uns an der Nordseite in Richtung Westen, überqueren den Col Sī.Jean
und machen uns am Südhang entlang auf den Rückweg. In Barret legen wir eine Mittagspause
mit frischen Baguette ein und auch die obligatorische Portion Eis für unsere Kinder darf nicht fehlen.
Dann folgen wunderschöne Schotterwege hinauf auf den Gipfel und Drachenstartplatz les Espranons.
Von hier hat man eine herrliche Rundumsicht, unter anderem gen Süden nach Sisteron.
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Tag 3
Auch der Grand Canon du Verdon ist auf kleinen Nebenstraßen in einem Tagesausflug zu erreichen.
Über unzählige kleine Pässe schlängeln wir uns unserem Ziel entgegen.
Immer wieder führt uns der Asphalt an herrlich duftenden Lavendelfeldern vorbei,
bis wir schließlich von den ersten Ausblicken auf den Lac de Ste-Croix überrascht werden.
Bevor es allerdings zum Baden geht, drehen wir noch eine kleine Runde entlang der wirklich
beeindruckenden Schlucht. Stellenweise fallen hier die Felswände bis zu 700m ab
und der Fluß muss sich an seiner engsten Stelle durch eine 6m schmale Schlucht zwängen.
Aus Westen kommend nehmen wir "Unwissenden" bei la Palud den Abzweig zu einer Nebenstrecke
am Canyon entlang. Wir haben zwar so die Aussichtspunkte auf unserer Seite, rechts,
müssen aber nach der Hälfte der Straße umdrehen, da sie zur Einbahnstraße wird.
Dann geben die Kinder den Ton an und wir verbringen den Mittag am Ufer des Sees.
Das Wasser ist nicht so kühl, wie es aussieht und so wird die Mittagszeit mit Schwimmen,
Burgen bauen und Steine springen lassen verbracht. Später entfliehen wir dann dem Rummel
in nördlicher Richtung durch eine menschenleere Gegend. Ca. 50km mehr oder weniger
grob geschotterte Pisten führen uns wieder unserer Unterkunft entgegen.
Kleine Pässe geben uns immer mal wieder die Orientierung zurück und Bäche laden zum Rasten ein.
Wir genießen die Einsamkeit und den losen Untergrund. Die Kinder haben ihren Spaß daran
mal im führenden Gespann zu sitzen, mal die vorausfahrenden von einer höher gelegenen Kehre aus
fotografieren zu können.
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Tag 4
Nach dem letzten, doch länger dauerndem Fahrtag, legen wir einen Tag Pause ein.
Zum einen gibt es da die kleine Stadt Sisteron, auch Porte de la Provence genannt,
die von einer mächtigen Zitadelle bewacht wird und mit seinen kleinen Gassen und Cafes
zum bummeln einlädt.
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Zum anderen sind da die Hunde und Pferde, die Quelle mit dem kleinen Pool
und die unwirkliche Mondlandschaft in der Nachbarschaft, die auch vor Ort genug Abwechslung für die Kinder bietet,
während wir die seltenen freien Minuten der Gastgeber nutzen
uns Interessantes aus ihrem Leben erzählen zu lassen.
Als Endurofahrer lauschen wir natürlich besonders gerne den Geschichten von Uta Baier,
die als erfahrene Schrauberin und Selbstfahrerin bei diversen (Wüsten-) Rallys, unter anderem für Andrea Mayer,
einiges zu erzählen weiß.
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Tag 5
Frisch gestärkt durch den Ruhetag fiebere ich nun dem sportlichen Highlight dieser Woche entgegen.
Von Sisteron aus geht es zuerst auf einer gut ausgebaute Straße nach Authon.
Die Aussichten sind atemberaubend und lassen uns immer wieder kurze Stops einschieben.
Am Hang des Crête de Géruen führt uns die Route dann über den C. de Font-Belle nach Thoard.
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Statt aber die dort ansässige Lavendel-Distillerie zu besuchen, lotse ich meine Familie
lieber durch die engen Gassen, um sie anschließend auf einem mehr als schlechten Schotterweg
über den Col de la Croix nach le Forest zu quälen.
Es ist wirklich ein Kampf, aber gemeinsam schaffen wir es,
wenn auch hin und wieder begleitet von den Flüchen meiner Frau.
Immer wieder graben sich die Gespanne in dem losen, tiefen Geröll fest.
Wir müssen schieben, zurück fahren um neuen Schwung zu holen oder auf dem sowieso schon schmalen Pfad
eine andere Spur suchen. Die Kinder steigen an den heikelsten Stellen aus und kämpfen sich zu Fuß weiter,
nicht ohne den ein oder anderen Schnappschuss von unseren Fahrkünsten aufzunehmen.
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Während mich solche Herausforderungen immer wieder reizen, sieht das der Rest der Familie etwas anders,
vor allem wegen den etwas höheren Temperaturen des heutigen Tages.
Ok, nächstes mal starten wir von der anderen Seite aus ...
Die ist festgefahren weist nicht so viele Auswaschungen auf und Berg runter tun wir uns mit den Gespannen
im losen Untergrund sowieso viel leichter.
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Nach einer Vesper- und Erholungspause auf dem Gipfel geht es dann anschließend weiter
durch die wunderschöne Schlucht "Clues de Barles".
Wir genießen nicht nur das in die schroffen Felsen gegrabene Tal mit seinen unzähligen Kurven,
Felsüberhängen und Tunneln, sondern auch das kühlende Wasser des Flüsschens.
Immer wieder bieten sich kleine Badegelegenheiten von denen wir eine nutzen
um eine längere Mittagspause einzulegen. Die Kinder plantschen im Wasser
und verwandeln sich in dunkelgraue Lehmmonster als sie sich mit dem Schwemmsand einer kleinen Bucht einschmieren.
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Bald sind auch die vorangegangenen Strapazen vergessen und wir machen uns wieder auf den Rückweg zu unserer Unterkunft.
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Natürlich nicht ohne noch ein paar 'Abkürzungen' einzubauen ....
Und nicht ohne das wir ein letztes mal die Aussichten, das Wetter, die Düfte ... in uns aufnehmen.
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Tag 6'unsere' Karavane
Die Woche neigt sich dem Ende entgegen und wir fangen an unsere Siebensachen wieder zusammenzupacken.
Ein letztes mal genießen wir das vorzügliche Abendmenü in der Domain,
bevor wir uns dann am nächsten Tag wieder dem verregneten Deutschland nähern.
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