Enduromania September 2003
"Unsere" Truppe: 4 x R100GS Gespanne, und zwei Solo Motorräder
| Auch dieses mal hatten wir uns viel vorgenommen. |
| Auch dieses mal kam es anders als gedacht. |
Aber nun chronologisch ... :-) |
4 Wochen vorher - Es soll eine "Solo" mitfahren, die auf Schotter Angst hat..... |
| 3 Wochen vorher - Wir sollen 2 Gespanne trailern, weil noch 2 Solisten dazugestoßen sind (Verständigungsproblem). |
| 2 Wochen vorher - Ich bestelle eine günstige Anhängerkupplung (bekomme aber keine mehr - natürlich kein Rückruf). |
| 12 Tage vorher - Wir sagen ab (wird alles zu teuer). |
| 11 Tage vorher - Wir legen für die teure Kupplung alle zusammen. |
| 10 Tage vorher - Unsere beiden Turnmaxen sagen ab. |
| 9 Tage vorher - Bevor wir auch alles hinschmeißen fahren die anderen beiden Gespannler bei uns im Auto mit. |
| 8 Tage vorher - Wir kaufen eine "teure" Anhängerkupplung für den stärkeren PKW. |
| 7 Tage vorher - Nach mehreren Telefonaten durch die Pfalz bekommen wir sie auch. |
| 6 Tage vorher - Wir bauen sie ein ... und müssen "nur" noch ein Teil umtauschen. |
| 5 Tage vorher - Ich düse zu Heiko, er baut mir eine Auffahrrampe und Stütze für die über den Hänger rausstehenden Gespanne. |
| 4 Tage vorher - Wir bauen Petras Bremszange wieder zusammen und entlüüüüüüüüüüüüffffften sie. |
| 3 Tage vorher - Mein Endabtrieb verliert Öl, meine Batterie wird nicht geladen oder ist kaputt. |
| 1 Tage vorher - Ich bau den Hänger um, bastel die Landkarten fertig, brenne diverse CDs und schreibe Mails. |
| 0 Tage vorher - Ich fange an zu packen. Wo ist der Fahrzeugschein für den Anhänger? |
| Der erste Tag - Wir kommen ohne Stau Freitagnachmittags nach München? |
| Der zweite Tag - Wir warten drei Stunden in Wien auf den Rest der Truppe. |
| Der dritte Tag - Wir machen Sonntags in Ungarn eine offene Dreherei ausfindig und reparieren das Radlager eines Anhängers. |
| Müßig zu erwähnen das es die letzten Tage geregnet hatte - und die Enduromania berüchtigt ist für ihre verschlammten Wege. |
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Aber es kam alles anders ... als es sich angekündigt hatte! |
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Leicht gerädert durch die letzten Tage, hatten wir uns von unserem "Senior" doch dazu überreden lassen morgens schon um 7:00 Uhr aufzustehen.
Um 8:00 ging es dann los. Hatte ich mich vor ein paar Tagen noch darüber geärgert "touristisch" unterwegs sein zu müssen, zeigten die ersten km schon ihre Tücken.
In der Ebene waren die Pfade teilweise noch voller aufgeweichtem Lehm, so das ein durchkommen an vielen Stellen kaum möglich war.
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Wenn überhaupt gab es hier für die Gespanne leichte Vorteile, da es weniger kritisch ist, wenn ein Rad mal "abschmiert".
Fort an hielten wir uns deswegen eher an den Hängen und im Gebirge auf. Mit Ausnahme von den waldigen Gebieten war der Boden schon wieder gut abgetrocknet.
Wir fuhren die relativ einfach zu erreichenden Punkte an der E70 entlang Richtung Süden ab. |
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Mal ging es rechts ab in ein Seitental, mal nach links.
Mal waren es einfache Schotterwege, mal lehmige Feldwege mit Bachdurchfahrten.
Mal waren die Punkte in den Ortschaften bei einer bestimmten Person per Stempel abzuholen,
mal mußten wir sie an einem Baumstamm, Felsen, Mauerwerk suchen und per Bleistift auf das Stempelblatt "abrubbeln". |
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Unser "Chef" hatte die einzelnen Tagestouren dank seiner 7 maligen EnduRoMania-Teilname akribisch vorbereitet.
Sein Roadbook umfasste jeden einzelnen km der ganzen 5 Tage und uns wurde schnell klar,
das er NICHT touristisch unterwegs war, sondern das er mit Ziel auf einen Podiumsplatz fuhr ...
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Meine Vorbereitung hatte in den letzten Monaten aus intensivstem Kartenstudium, bzw. dem abzeichnen derselben per Mausklick bestanden.
Ich hatte mir für mein GPS eigene Karten zurechtgebastelt. Für Rumänien gab es keine, das war Anreiz genug.
Klar konnte ich nicht jeden Feldweg digitalisieren, aber alles was "größer" war hatte ich festgehalten, inklusiv den Bahnlinien,
Flüssen und natürlich aller Ortschaften. Das verschaffte einen guten Überblick und man war nie orientierungslos.
Zusätzlich hatte ich mir natürlich noch vor Ort alle Wertungspunkte auf mein GPS spielen lassen. |
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Unsere Begeisterung wuchs mit jedem Tag. Mittlerweile hatten wir auch das Eiserne Tor, den Donaudurchbruch im Südwesten Rumäniens gesehen.
Hier bildet die Donau die natürliche Grenze zur Bundesrepublik Jugoslawien, die sich aus der Republik Serbien und der Republik Montenegro zusammensetzt.
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Von dort aus sind wir "Überland", nur auf herrlichsten Pisten wieder in den Norden zurückgefahren. Selbst vor tief ausgewaschenen Hohlwegen gab es kein halten,
irgendwie kamen wir durch ... Allerdings hieß das auch mal den "Rückwärtsgang" einlegen, als uns zwei einheimische Gespanne entgegenkamen.
Die waren dann noch geländegängiger als unsere ... |
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Da nicht alles mit unseren "Dickschiffen" erreichbar war, konnten wir die Zwischenzeit nutzen um den ein oder anderen Kontakt knüpfen ...
oder mußten einen Wertungspunkt umfahren, um auf der "anderen" Seite wieder mit unserer Hard-Enduro-Truppe zusammen zu stoßen. |
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So ergab sich dann auch mal eine Ruhepause während der ca. 10stündigen Fahrtage.
Das Wetter spielte übrigens die ganze Woche über hervoragend mit - Sonnenschein pur.
Die folgenden Tage waren wir hauptsächlich in dem Gebiet westlich der E70 bis rüber nach Anina und Resita unterwegs. |
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Faszinierend war für mich immer wieder DIESES Gespann. Was damit "ging", hätte ich nie für möglich gehalten.
Und dann noch in "meinen" Farben :-) . Aber im Endeffekt werde ich doch bei meinem Umbau bleiben. Ich brauche eine echte Enduro,
mit der ich mich auch onroad zügig fortbewegen kann, inkl. Kindern und Gepäck. |
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Aber wenn das Wörtchen wenn nicht wäre ...
Für solche Fahrten kann ich mir kaum einen besseren Umbau vorstellen:
Maximale Bodenfreiheit, minimales Gewicht, boxertypisches Drehmoment mit einem im Drehpunkt der Schwinge liegenden Kettenantrieb und dazu eine Sitzposition im Motorrad - einfach traumhaft! |
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Das Fahren mit diesem BMW-Enduro-Wettkampfgespann erinnerte mich seit langer Zeit mal wieder an eine leichtfüßige kleine Solo-Enduro.
Schlaglöcher, Rinnen, Steinbrocken ... wurden einfach glattgebügelt. Im Vergleich zu unseren Gespannen schwebte man durch die Landschaft.
Dafür war das Fahrverhalten auf der Straße umso gewöhnungsbedürftiger. Ein kurzes zucken am Lenker verhalf dem Beiwagen schon auf gerader Strecke zu Flügeln ... |
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Wir drei "normal" GS Gespannfahrer hatten in der Regel gegen 17:00 Uhr aufgehört mit den Hardenduristen weiteren Punkten nachzujagen.
So kamen wir wenigsten noch vor Sonnenuntergang in unserer Unterkunft bei Zaharias in Borlova an. |
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Überhaupt Zaharias:
Unsere Erwartungen aus vorausgegangenen Erzählungen wurden nicht enttäuscht, sondern eher übertroffen.
Zaharias hat mit seiner Frau den ehemalige Bauernhof nicht nur liebevoll renoviert sondern mit seinen sauberen Zimmern, fließend heißem Wasser,
seinen superben Menüs und seinen unaufhörlichen Bemühungen es seinen Gästen so wohl als möglich gehen zu lassen - eine Oase der Gemütlichkeit und Gastfreundschaft enstehen lassen. |
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So konnten wir die Tage bis zur jeweils letzten Minute genießen. Kamen Abends "erschlagen" wieder zurück und genossen es
erst einmal unter der heißen Dusche zu stehen, oder bei einem kühlen Bier/Wein im Hof sitzend sich mit den anderen "Enduromaniaks" über das erlebte auszutauschen und den Tag noch einmal
Revue passieren zu lassen.
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Der letzte Tag stand vor der Tür.
Unserem "Chef" passte nach einem unfreiwilligen Abstieg sein rechter Stiefel nicht mehr, das andere Gespannteam war etwas "müde" und auch ich gab mich der Faulheit hin ... |
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Da Petra aber am Tag zuvor wegen Ertkältung und Fieber ausgefallen war, wollte sie heute mit den beiden Solisten zusammen unbedingt noch einmal los.
Ausser dem Muntele Mic, an dem ich gestern noch die lange und kurze "Version" gafahren bin, suchten sie die dort im Wald gelegenen Punkte auf. |
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Wenn ich mir diese Bilde betrachte, frage ich mich immer wieder, wie wir das alles geschafft haben.
Welchen Belastungen unsere Gespanne ausgesetzt waren und trotzdem nur eine leicht zu wechselnde Dichtung am Endantrieb ausgetauscht werden mußte. |
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Möglich war einiges sicherlich nur im Team, das ist aber auch oberste Prämisse dieser Veranstaltung.
Nicht weniger als drei Teilnehmer sollten zusammen unterwegs sein. Ohne unseren "Guide" mit seiner Erfahrung hätten wir auch nicht so viele wunderschönen Strecken
entdeckt und trotzdem noch so viele Punkte sammeln können. |
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Alles in allem also eine tolle Woche Endurofahren. Keiner möchte sie missen. Allerdings stand bei fast jedem die Frage im Raum,
ob man sich diese Gastfreundschaft und Gegend unbedingt wieder im Rallytempo antun muss/möchte, oder nicht mal so vorbeikommt, einfach nur zum Genießen ... |
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